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24 June 2021 afternoon

2021 - Third part-session Print sitting

Sitting video(s) 1 / 1

Opening of the sitting No 22

Debate: Progress report of the Bureau and the Standing Committee (continued)

Debate: Combating Afrophobia in Europe

Mr Frank SCHWABE

Germany, SOC

16:34:53

Herr Präsident,

ganz herzlichen Dank.

In Deutschland gibt es anlässlich der Europameisterschaft gerade einen Film, der sehr starke Beachtung findet. Dieser Film heißt schwarzer Adler und es ist ein Film über schwarze Fußballspieler – deutsche schwarze Fußballspieler in der Bundesliga. Viele davon sogar Nationalspieler und dieser Film wird gar nicht kommentiert; sondern er zeigt nur Bilder und Ausschnitte der Vergangenheit.

Wenn man sich diese Bilder und diesen Film anguckt, dann versteht man, was Afrophobie bedeutet, was Rassismus gegen Schwarze bedeutet, dass es eben noch mal eine besonders gesteigerte Form, perfide Form entsprechend von Rassismus ist. Rassismus ist schlimm, aber es ist eben noch mal eine besondere Form und eine besonders diskriminierende Form, wenn es zum Beispiel so ist, dass wenn einer in einem Fußballstadion spielt und es dann Affengeräusche gibt, zum Teil aus dem ganzen Stadion, wie es zum Beispiel Gerald Asamoah passiert ist, den man hier sehen kann. Gerald Asamoah ist oder war deutscher Nationalspieler, ansonsten beim besten deutschen und europäischen Fußballverein, FC Schalke 04 – also jemand, der eigentlich total beliebt ist, der beim Sommermärchen der Fußballmannschaft Deutschland eine ganz große Rolle gespielt hat und dann ist es ihm wenige Wochen später passiert, dass er in einem Fußballstadion war und entsprechend rassistisch beleidigt wurde.

Wir müssen also alles tun, um solchen Menschen, um 15 Millionen Menschen, wie es in dem Bericht steht, in Europa auch entsprechend zu helfen. Was können wir tun? Wir müssen darüber reden, was los ist. Gerald Asamoah wurde gefragt, was man denn dagegen tun kann und hat gesagt; offensiv mit dem Thema umgehen, drüber reden, Bücher schreiben – was er getan hat, das können wir nachlesen. Deswegen danke auch ich Mr Momodou Malcolm JALLOW dafür, dass er diesen Bericht hier entsprechend vorgelegt hat und wir die Chance haben, heute ja auch ein Testat abzugeben, uns damit zu beschäftigen.

Wir müssen darüber reden, wir müssen sensibilisieren, ich will nicht mehr auf die Dorfkirmes gehen und dort rassistisches Eis angeboten bekommen, weil es eine Schokohaube hat und dann mit rassistischen Begriffen belegt wird. Ich diskutiere das dann jedes Mal an diesem Eisstand; die Leute verstehen gar nicht, was das soll, weil sie sagen, ist doch nicht böse gemeint – ja, aber darum geht es ja nicht. Es geht ja nicht darum, ob Sie glauben, dass es böse gemeint sei, sondern es geht um die Frage; wie kommt das eigentlich an bei den Leuten und warum sollen wir rassistische Stereotype benutzen bei unserem Essen zum Beispiel, wenn es entsprechend Menschen beleidigt und weh tut? Wir brauchen Daten über strukturellen Rassismus auch und gerade in den Sicherheitsbehörden, Racial Profiling darf nicht sein und wir müssen Erhebung darüber anstellen, wo es der Fall ist. Wir müssen eine Diskussion haben, eine Uns-Klarmachung des Kolonialismus, weil es die Grundlage für viel Afrophobie und Rassismus gegen schwarze Menschen ist. Wir brauchen eine Sensibilität im Bereich der Bildung und im Bereich der Ausbildung, Workshops für Toleranz und so weiter. Das heißt; wir müssen uns mit dem Thema auseinandersetzen, gerne auch folgend diesem Bericht heute – von dem ich hoffe, dass wir den in großer Übereinstimmung hier verabschieden.

Noch mal an Mr Momodou Malcolm JALLOW ganz herzlichen Dank für diesen ganz ganz wichtigen Bericht.

Vote: Combating Afrophobia in Europe

Request for an explanation of vote

Debate: Transparency and regulation of donations to political parties and electoral campaigns from foreign donors

Vote: Transparency and regulation of donations to political parties and electoral campaigns from foreign donors

The sitting is closed at 18:35 p.m.