jeudi 1 octobre 2026 matin
2026 - Quatrième partie de session Imprimer la séanceVidéo(s) de la séance 1 / 1
Socialists, Greens, Democrats and a lot of others.
Herr Präsident, Herr Paweł JABŁOŃSKI,
ich habe gehört, es gibt in Polen Braunbären. Was machen Sie eigentlich, wenn Sie einem begegnen? Sagen Sie dann, es gibt gar keine Braunbären. Oder, in diesem Wald dürfte es keine Braunbären geben. Oder machen Sie auch einfach die Augen zu?
Ich glaube, das wäre am Ende – ich muss das so sagen – ziemlich dumm und es wäre wahrscheinlich auch ziemlich tödlich. So ist es übrigens mit dem Klimawandel auch: Wenn wir ihn ignorieren, wird er ziemlich tödlich sein für viele Menschen.
Es gibt eine schlechte Nachricht und eine gute Nachricht zum Klimawandel. Die schlechte Nachricht ist: Wir haben große ökonomische Schäden, wir verlieren Tier- und Pflanzenarten jeden Tag und wir verlieren menschliches Leben jeden Tag. Die gute Nachricht ist, dass der liebe Gott, an welchen wir auch immer glauben oder auch gar nicht glauben, uns am Ende ein Gehirn gegeben hat, nämlich darüber nachzudenken, wie wir mit dem Klimawandel umgehen können. Und deswegen können wir technologisch uns verändern. Wir können damit sogar ökonomisch erfolgreich sein, wie wir auf der ganzen Welt beweisen. Und wir sind auch in der Lage, uns anzupassen. Und beides gehört übrigens zusammen. Es macht keinen Sinn, das in den Gegensatz zu stellen, sondern beides gehört zusammen und gehört zu einer Medaille.
Wir sind keine Naturschutzorganisation, das wurde gerade schon gesagt. Wir sind eine Menschenrechtsorganisation. Aber der Klimawandel hat eben eine menschenrechtliche Dimension. Und ich will mich bei all denen bedanken, die das heute auf die Agenda gesetzt haben, stellvertretend bei Frau Aurora FLORIDIA für die Initiative dieser wichtigen Debatte heute. Und ich will das Ministerkomitee, die Regierungen drängen und ermuntern, das ernst zu nehmen, was wir in Reykjavík beim Gipfel beschlossen haben, dass wir diese umweltpolitische Dimension auf die Tagesordnung setzen wollen. Und ich höre, dass das, was dort an Arbeit geleistet wird – und leider sind ja auch viele Botschaften heute nicht vertreten – verzögert wird und dass auch nach drei Jahren es noch keine Ergebnisse gibt.
Das, was wir beim Urteil bei den KlimaSeniorinnen gesehen haben, geht nicht nur die Schweiz an, sondern es geht alle anderen Mitgliedstaaten an. Und wir brauchen eine Antwort darauf. Ich freue mich darauf, dass die Jugend so aktiv ist, dass wir so eine tolle Jugendorganisation haben. Wir sollten an vielen Stellen mehr auf die Jugendorganisation hören. Ihr tragt das, was uns ausmacht im Herzen und in diese Richtung muss es gehen. Vielen herzlichen Dank.
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe JugendvertreterInnen,
"Sie haben meine Träume und meine Kindheit mit Ihren leeren Worten gestohlen. How dare you?" Ich erinnere mich bis heute an die Worte Greta THUNBERGS vor der UN-Versammlung, die jeden aufrüttelten, der bis dahin die Wucht der Klimakrise verdrängt hatte.
Was mit einem Protest einer Schülerin startete, ist zur größten globalen Jugendbewegung, Protestbewegung des Jahrhunderts geworden. Weltweit setzt Ihr Euch, setzen sich junge Menschen unnachgiebig für nichts Geringeres ein, als die Zukunft unseres Planeten. Ich möchte mich bedanken bei Frau Emilie Tamo KAMGUIA und Herrn Benjamin VAN BUNDEREN ROBBERECHTS, stellvertretend für das Engagement der Jugend weltweit. Danke.
Unsere geschätzte Kollegin Frau Aurora FLORIDIA beschreibt in ihrem Bericht unmissverständlich, und ich möchte wirklich zitieren, dass "die Bewohnbarkeit des Planeten die primäre Voraussetzung für die in der Europäischen Menschenrechtskonvention und der Europäischen Sozialcharta verankerten Werte der Freiheit und Würde ist" und dass die Entscheidungen, die heute getroffen werden, diese Bewohnbarkeit während des gesamten Lebens der derzeitigen und zukünftigen Generationen bestimmen werden.
In meinem Heimatland Deutschland wurde vom höchsten Gericht bereits vor fünf Jahren in einer historischen Entscheidung betont – ich zitiere – "in Verantwortung für die zukünftigen Generationen, die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere".
Klimaschutz ist ein Menschenrecht. Der Klimawandel ist real und der Gesetzgeber muss ihm entgegenwirken. So werden die Freiheitsrechte zukünftiger Generationen eingeschränkt. Der Freiheitsbegriff ist neu definiert worden. Auch die KlimaSeniorinnen, die heute hier anwesend sind, klagten in der Schweiz, klagten, weil alles, was ihnen lieb ist, auf dem Spiel steht, und das mit Erfolg, bei unserem Gerichtshof für Menschenrechte. Ausbleibender Klimaschutz verletzt Menschenrechte. Vielen Dank.
Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Kollegen,
heutzutage ist der Begriff des Klimaschutzes ein politischer und vor allem links ideologischer Kampfbegriff. Ein Vorwand, um den Mittelstand auszupressen und und eine grüne Umerziehungsagenda durchzusetzen. Bürgern werden immer neue Lasten aufgezwungen. Explodierende Energiepreise führen zur Deindustrialisierung. Immer mehr Jobverlust und Bevormundung.
Unsere AfD hat in Deutschland die Bundesregierung aufgefordert, schnellstmöglich die Kündigung aller internationalen Abkommen bzw. Vereinbarungen zu erklären, an denen sich gerade eben auch Verpflichtungen zu sogenanntem Klimaschutz oder Reduzierung von CO2-Emissionen ergeben. Wir haben sie aufgefordert, insbesondere das Klimaabkommen von Paris und den Green Deal zu beenden sowie auf entsprechende Änderungen des EU-Rechts hinzuwirken. Denn es muss endlich Schluss sein mit solchen ideologischen Fesseln, denen wir uns alle hingegeben haben.
Es braucht nüchterne und technologieoffene Lösungen für die schon immer bestehenden natürlichen Veränderungen, statt ideologischer Verbote und Vorschriften. Umweltschutz ja, Klimahysterie nein.
Wir brauchen eine robuste Infrastruktur, Hochwasserschutz, zukunftsorientierte regionale Landwirtschaft. Wir brauchen vor allem auch sichere und bezahlbare Energie, Kernkraft und echte Innovation statt ideologischer Windkraft und Solarzwänge. Und selbst die EU hat ja die Kernenergie in ihrer Taxonomie als nachhaltige Übergangstechnologie anerkannt, meine Damen und Herren.
Forschung und Technologie sind die Zukunft, keine Verbote. Junge Menschen verdienen von uns allen echte Bildung, Chancen, Wohlstand und kein Angstschüren, keine Weltuntergangsszenarien, denn letzteres macht unsere Kinder und unsere Jugend nachweislich krank. Die Zukunft von Europas Jugend kann nicht auf Windräder gebaut werden, sondern sie muss auf Wirtschaftskraft, Heimat und Identität fußen. Deshalb sollten Sie auch zurückkehren zu einer echten, ergebnisoffenen Debatte.
Vielen Dank.
Herzlichen Dank. Geschätzte Frau Präsidentin, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, zuhörende Leute, liebe Jugend, KlimaSeniorinnen, überhaupt alle Generationen, die uns heute zuhören.
Wir haben uns erstaunlich an alles, viel gewöhnt: an Hitzerekorde, an Dürre, an zu wenig Wasser in Flüssen, aber auch an Waldbrände. Und vielleicht ist genau das das Beunruhigende, dass das Außergewöhnliche irgendwann einmal gewöhnlich klingt. Wenn ich auf Europa und mein Heimatland Österreich und das Bundesland Kärnten blicke, dann ist diese Entwicklung keine abstrakte Größe. Sie betrifft unsere Gemeinden, unsere Landschaft und unseren Alltag. Europa erwärmt sich schneller als andere Kontinente. Die Folgen sind längst sichtbar, auch wenn manchmal physikalische Gesetze in Frage gestellt werden.
Aber sie betrifft nicht alle Menschen gleich und sie betrifft Frauen und Mädchen in besonderer Weise. Das möchte ich hier auch einmal kurz ansprechen. Denn die Klimakrise trifft auf eine Gesellschaft, in der Frauen noch immer Sorgearbeit machen, oft weniger verdienen und damit auch weniger Spielraum haben, um sich gegen steigende Kosten, Hitze oder andere Belastungen zu schützen. Und es betrifft auch eine Gesellschaft, wo junge Menschen häufig wenig Gehör finden.
Und Klimakrise kennt auch kein Geschlecht und unsere Gesellschaft sehr wohl, denn eine Hitzewelle ist für alle dasselbe, aber sie trifft eben nicht alle gleich. Es macht einen Unterschied, ob ich in einer gut geschützten Wohnung lebe und oder in einer überhitzten Mietwohnung. Es macht einen Unterschied, wie hoch das Einkommen ist und es macht auch einen Unterschied, ob ich Kinder betreue. Deswegen ist auch Klimapolitik Frauenpolitik.
Aber genauso wichtig ist die Frage: Wer trägt die Lasten und wer bekommt die Chancen in dieser heutigen Zeit? Es ist die Jugend und es ist Zeit, dass wir euch einfach den Raum geben. Junge Menschen haben wenig zu den historischen Emissionen beigetragen, aber sie werden trotzdem lange mit der Entscheidung leben. Und deshalb reicht es ja nicht, über junge Menschen zu sprechen, wir müssen mit ihnen sprechen. Und deswegen sage ich noch einmal danke, dass so viele hier sind und uns ihre Perspektive mitgeben. Denn Mitbestimmung beginnt dort, wo tatsächlich entschieden wird.
Herzlichen Dank.
Autriche, SOC, Présidente de l'Assemblée
12:02:21
Herzlichen Dank auch meinerseits.
Danke, Frau Präsidentin, geschätzte KollegInnen und Gäste,
vielen Dank an die Berichterstatterin für diesen so dringlichen Bericht. Da wäre mir zweimal in der Debatte doch fast der Blutdruck entgleist, doch dazu später.
Ich stelle meine Ausführungen als besorgter Arzt und Naturwissenschaftler unter den Titel "Wenn das Blattgrün schweigt, dann müssen wir umso lauter werden". Ich beschränke mich auf eine kurze Betrachtung zur biophysikalischen Realität, denn die biophysikalische Grenze für den Fortbestand menschlichen Lebens ist erreicht. Das ist echte Wissenschaft. Die dramatische Tatsache ist: Ab Blatttemperaturen von 42 °C bricht die Photosynthese im Blattgrün von Bäumen und Wäldern zusammen. Dies ist kein schleichender Prozess. Es ist ein harter biophysikalischer Stopp. Das ist echte Bildung, das ist echtes Wissen und hat mit linksideologischem Kampf, Manipulation oder Voodoo-Wissenschaft genau nichts zu tun. 42 Grad und uns droht die sichere Sauerstoffunterversorgung. Da kommen Sie mit Worthülsen wie Technologieoffenheit und auch mit Voodoo eben leider nicht weiter.
Um sehr klar zu sein: Mit der Thermodynamik lässt sich nicht verhandeln. Das ist Erstsemesterstoff im Medizinstudium, auch in Spanien und Deutschland. Die biologische Infrastruktur des Planeten bricht vor unseren Augen zusammen und das schon seit Jahren.
Sehr geehrte KollegInnen,
es ist unsere Pflicht, die Beschleunigung des Klimawandels mehr als umzudrehen, gemeinsam mit Euch, den Jüngeren und gemeinsam mit den besorgten älteren Menschen. Wer zahlt den Preis, wenn die Klimaziele verfehlt werden? Ich wiederhole: Ab 42 Grad Celsius prallt das Recht auf Leben, das wir so hoch schätzen, auf eine harte, unveränderbare biophysikalische Realität. Klimaangst darf keine Diagnose sein. Klimaangst soll unser Kompass sein. Ein Kompass, um endlich den Weg aus unserem narzisstisch ausbeuterischen Tun gegenüber Mutter Erde herauszufinden.
Danke.
(Nicht mündlich gehaltener Redebeitrag, Geschäftsreglement Art. 31.2)
Ich möchte gerne darauf zurückkommen, was Kollege Jablonski in seiner Rede angeführt hat: dass Europa keinen Handlungsbedarf habe, weil es ja nur für 6% des Ausstoßes von Treibhausgasen verantwortlich ist, während der Anteil von China bei 29% liegt.
Man ist versucht, darauf mit dem Bild des brennenden Hauses zu antworten: wenn das gemeinsame Haus brennt – würde man dann mit dem Löschen warten, weil der Nachbar den Schlauch noch nicht in der Hand hat? Natürlich nicht. Man löscht so gut und so schnell man kann, selbst wenn der Nachbar noch zögert.
Aber dieses Bild stimmt nicht. Es stimmt aus mehreren Gründen nicht.
Zum ersten: Der Nachbar, im dem Fall China, hat nicht nur den Schlauch schon längst in der Hand, er hat auch schon lange „Wasser marsch“ ausgerufen.
Während in der EU 2025 85 GW an erneuerbarer Leistung installiert wurden, waren es in China 500 GW. China hat also nahezu sechs Mal so viel erneuerbare Leistung installiert wie die gesamte EU.
Noch eindrucksvoller ist es, wenn man sich den Strom aus Erneuerbaren anschaut:
Rund 83 % der 2025 neu installierten chinesischen Kraftwerksleistung waren erneuerbar. Die chinesische Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen erreichte rund 4.000 TWh – etwas mehr als der gesamte Stromverbrauch der EU. In der EU wiederum kamen 2025 47,3 % der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen.
Und ein weiterer wichtiger Punkt: China baut zugleich massiv jene Industrien auf, die von der Dekarbonisierung profitieren. Wollen wir wirklich zulassen, dass wir hier immer weiter und weiter ins Hintertreffen geraten?
Ein Beispiel: 2025 wurden in China mehr als 13 Millionen Elektroautos verkauft. Fast 55 % aller Neuwagen waren elektrisch. China stellte zudem rund 16 Millionen Elektroautos her – ungefähr drei Viertel der weltweiten Produktion. Europa kam auf etwas mehr als 4 Millionen verkaufte Elektroautos und wuchs immerhin um rund 30 %. Wollen wir uns wirklich weiterhin einreden lassen, dass wir unsere Industrie schützen können, indem wir mehr und mehr Geld in überholte Modelle stecken? Ich denke nicht!
Ja, China ist der größte Emittent, aber China ist gleichzeitig auch Vorreiter bei erneuerbarer Energie.
Während wir also überlegen, ob wir nicht am besten den Wasserhahn wieder zudrehen sollen, löscht China schon als allen Rohren – und wird auf Dauer davon profitieren.
Und wissen Sie, was das Schlimmste ist, Kollege Jablonski? Ich denke nicht, dass Sie das nicht wissen. Es passt nur einfach nicht in Ihre Erzählung.
Nur: Dem Klima ist Ihre Erzählung egal. Die Folgen unseres Nichtstuns sind real!