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jeudi 27 janvier 2022 après-midi

2022 - Première partie de session Imprimer la séance

Vidéo(s) de la séance 1 / 1

Ouverture de la séance n° 8

Evénement à l'occasion de la Journée internationale de commémoration en mémoire des victimes de l’Holocauste

Ouverture de l’évènement et discours du Président de l’Assemblée parlementaire du Conseil de l’Europe

Projection d’une vidéo avec des extraits du discours de Simone Veil – Présidente d’honneur de la Fondation pour la Mémoire de la Shoah, ancienne Présidente du Parlement européen – prononcé dans l’hémicycle du Palais de l’Europe en octobre 2002, à l’occasion d’un séminaire des ministres de l’éducation des États membres du Conseil de l’Europe à propos de l’enseignement de la Shoah

Projection de la vidéo présentant le projet européen «Convoi 77»

M. Frank SCHWABE

Allemagne, SOC, Porte-parole du groupe

16:07:10

Herr Präsident,

verehrte Überlebende des Holocausts,

sehr geehrte Damen und Herren,

heute morgen hat der Bundestag, wie wir jetzt hier auch, der Deutsche Bundestag, wie mittlerweile in jedem Jahr dem Holocaust gedacht, in dem Land, das in der Nachfolge des Landes steht, das 6 Millionen Jüdinnen und Juden ermordet hat.

Unter anderem hat heute der Präsident der Knesset, Mickey Levy, geredet. Nie wieder, nie wieder, das waren seine Worte als Hinterlassenschaft an die heutige Zeit. Und er hat dort unter Tränen einen Ausschnitt aus dem Kaddisch-Gebet vorgetragen und damit der Toten der Shoah gedacht. Es war ein unglaublich berührender Moment, den auch ich ja aus Straßburg sehr bewegt mitverfolgen konnte.

Wir Deutschen – und ich rede hier als Fraktionsvorsitzender, aber natürlich auch als Deutscher – müssen unglaublich dankbar sein dafür, dass wir unseren Platz zurückgefunden haben in der internationalen Gemeinschaft, und gemeinsam mit Ihnen, mit uns allen das Gedenken stattfindet an das grausigste Verbrechen der Menschheit. Diesem Völkermord, der in seiner ganzen Grausamkeit letztendlich mit einer perfiden Planung bei der Wannsee-Konferenz in Berlin vor 80 Jahren final geplant wurde, sind neben Jüdinnen und Juden auch Sinti und Roma, Zwangsarbeiter, Menschen mit Behinderungen, Kranke, Homosexuelle, politisch Missliebige, Zeugen Jehovas, nicht der damaligen Norm entsprechende Jugendliche und viele andere Gruppen zum Opfer gefallen.

Die 95-jährige Polin Anna Szałaśna, Häftling Nummer 47648 – und ich habe das heute morgen im Fernsehen gesehen, man kann das nicht begreifen, sie hat immer noch im Unterarm eintätowiert; die vier, die sieben, die sechs, die zwei, die acht, also Häftling 47648 im Konzentrationslager in Auschwitz – hat heute morgen im deutschen Fernsehen geschildert, mit welch unfassbarer Normalität, im Grunde genommen, Menschen wie in einer Fabrik ermordet wurden.

Sie berichtete davon, dass an Weihnachten plötzlich aus allen Lautsprechern „Stille Nacht, heilige Nacht“ erklang, während gleichzeitig aus dem Krematorium der Rauch aufstieg. Dort wurden Menschen verbrannt. Allein in Auschwitz wurden mehr als eine Million Menschen bestialisch ermordet, die allermeisten waren Jüdinnen und Juden. Wir stehen heute unfassbar vor diesem Verbrechen, ungläubig, wie so etwas passieren konnte. Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen, hat Primo Levi 1986 gesagt, der wie viele andere sein ganzes Leben der Aufklärung, der Mahnung und der Versöhnung gewidmet hat. Ich verneige mich voller Demut und Respekt vor den Holocaust-Überlebenden, Inge Auerbacher, die heute im Deutschen Bundestag gesprochen hat, dann natürlich vor Simone Veil, Eva Clarke und Liliana Segre, stellvertretend für alle anderen, die so Schlimmes erlebt haben, und so wichtig für uns heute sind.

Der Holocaust ist ohne Vergleich. Manche, die heute auch im Rahmen kritischer Corona-Debatten solche Vergleiche anstrengen, haben nichts verstanden, gar nichts. Solche Vergleiche sind eine tiefe Beleidigung der Ermordeten, wie der Überlebenden des Holocaust. Was wir aber können, ist lernen. Wir müssen lernen. Das Gedenken an den Holocaust ist eine schreiende Erinnerung, und eine mahnende Warnung zugleich. Diese Organisation, wir alle, die 47 Mitgliedsstaaten, dürfen niemals vergessen, dass wir über Menschen reden. Jeder Mensch hat seine eigene Würde. Wir reden zu oft – manchmal technokratisch, manchmal abfällig über Migranten, über Angehörige von Communitys der LGBTI-Community, von Minderheiten, von Soldaten, von Kriegsgefangenen, von Gegnern – und nehmen ihnen manchmal schon durch die Sprache einen Teil ihrer Würde. Aber es sind Menschen, es sind alles Menschen. Um noch einmal mit Inge Auerbacher aus dem Deutschen Bundestag heute morgen zu sprechen: „Wir sind alle als Brüder und Schwestern geboren. Mein innigster Wunsch ist die Versöhnung aller Menschen.“

Bertolt Brecht hat eins gesagt: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“. Bleiben wir also wachsam, mitfühlend und frei. Diese Organisation, der Europarat ist die großartige Antwort auf schlimmste Zeiten – halten wir diese Organisation und ihre Werte in Ehren und verteidigen sie jeden Tag aufs Neue. Das sind wir den Toten und den Überlebenden des Holocaust schuldig.

Intervention musicale – Wiegala, de Ilse Weber (1903-1944), composé au camp de concentration de Theresienstadt, joué par Gaspard Perrotte, violoniste

Débat : L'Observatoire de l'enseignement de l'histoire en Europe

Mme Petra BAYR

Autriche, SOC, Porte-parole du groupe

17:08:56

Ich wollte eigentlich Deutsch sprechen, weil das sehr Österreichisch ist, was ich sagen werde; momentan gehen Esoterikerinnen, Impfgegner, Virus-Leugnerinnen und Verschwörungstheoretiker gemeinsam auf die Straße, Hand in Hand mit verurteilten Neo-Nazis, rufen „wir sind die neuen Juden“, tragen gelbe Sterne und haben Transparente mit, wo draufsteht „impfen macht frei“. Das ist unerträglich. Es ist weit entfernt von jeder historischen Wahrheit; das relativiert die Shoah, es relativiert den Holocaust und ganz besonders hat mich betroffen gemacht, dass das österreichische Parlament gleichgesetzt worden ist mit der Wannsee-Konferenz, mit jener Konferenz, die, von den Nazis organisiert, das industrielle Ermorden von 6 Millionen Menschen geplant hat, und die Gleichsetzung mit dem Parlament, das Impfgesetzgebung beschließt, ist etwas, was, finde ich, nicht auszuhalten ist.

Ich habe das angezeigt bei der Polizei und hab vorgestern den Anruf bekommen, dass die Staatsanwaltschaft das nicht weiterverfolgen wird. Das macht mich eigentlich noch mehr betroffen, als vieles von dem, was ich zuerst gesagt habe. Da ist eindeutig was schiefgegangen, nicht nur in der Geschichtsausbildung von jenen, die auf der Straße Dinge schreien, die relativieren wollen, sondern da ist auch offensichtlich was mit den österreichischen Strafverfolgungsbehörden schiefgegangen.

Der Bericht – und ich bedanke mich auch sehr dafür – geht logischerweise vor allem auf das formelle Lernen ein. Ich glaube, gerade dann, wenn es um diese wichtige Rolle, wie wir auch sehr eindrucksvoll von Simone Veil gehört haben; diese werden von weniger und weniger Menschen wahrgenommen, weil viele Zeitzeugen einfach nicht mehr leben. Und in Österreich haben wir seit vielen Jahren ein sehr breites zivilgesellschaftliches Bündnis mit dem Namen „Jetzt Zeichen setzen“, das ziemlich genau jetzt gerade beginnt, so wie jedes Jahr eine Gedenkveranstaltung in Österreich abzuhalten. Wir haben uns genau aus den zuerst geschilderten Gründen dazu entschlossen, genau deswegen gegen dieses Relativieren der Geschichte aufzutreten und wir haben uns eben dazu entschlossen, das Gedenken zu verbreiten; einerseits es auf mehr Schultern zu legen, es aber auch an mehr Orte zu bringen, und wir haben Holocaust-Überlebende, Zeitzeugen, aber auch deren Enkel interviewt – an Orten, die historisch von Bedeutung sind, die aber auch jetzt von Corona-Leugnern besetzt werden. und sie gefragt zu Rassismus, zu Antisemitismus, zu Verhetzung und zu ihren Gefühlen dazu.

Das NS-Regime zu verharmlosen geht einfach nicht. Ich bin sehr dankbar für diesen Bericht und kann versichern, dass wir als Fraktion der Sozialistinnen, Demokratinnen und Grünen jede Anstrengung unterstützen, wo es darum geht, dass Geschichte wirklich unverfälscht gelehrt wird, und dass es dazu beiträgt, dass wir alle Verantwortung tragen, sowohl für die Opfer, für die Überlebenden, aber auch für die Handlungen der Täter.

Vielen lieben Dank.

Vote : L'Observatoire de l'enseignement de l'histoire en Europe

Débat : Le fonctionnement des institutions démocratiques en Arménie

Vote : Le fonctionnement des institutions démocratiques en Arménie

Demande d'explication de vote

La séance est levée à 19h10

Prochaine séance à 10h00