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30 January 2025 afternoon

2025 - First part-session Print sitting

Sitting video(s) 1 / 1

Opening of Sitting num 8

Debate: Women in the economy: employment, entrepreneurship and gender-responsive budgeting

Ms Sibel ARSLAN

Switzerland, SOC

16:42:14

Okay, vielen Dank Herr Präsident [auf Englisch]

sehr geehrte Damen und Herren,

geschätzte Kolleginnen und Kollegen,

erlauben Sie mir, meine Rede auf Deutsch zu halten. Ich möchte mich als Politikerin und als Frau bei der Berichterstatterin für ihren wichtigen und fundierten Bericht herzlich bedanken. In den letzten Jahren haben wir Fortschritte in der wirtschaftlichen Gleichstellung der Geschlechter erzielt. Doch diese Errungenschaften sind fragil. Die Covid-19-Pandemie hat uns schonungslos vor Augen geführt oder aufgeführt, wie tief verwurzelte Ungleichheiten Frauen zurückwerfen. Unsere Wirtschaft kann es sich nicht leisten, auf das Potenzial von 50% der Bevölkerung zu verzichten. Unsere Gesellschaft erst recht nicht.

Frauen verdienen nach wie vor weniger für die gleiche Arbeit. Sie tragen die Hauptlast unbezahlter Care-Arbeit. Sie stoßen auf Hindernisse bei der Unternehmungsgründung und werden in Entscheidungsprozessen allzu oft übergangen. Diese strukturellen Ungleichheiten sind nicht nur ein moralisches Versagen, sie sind ein wirtschaftlicher Fehler. Doch wir haben die Mittel, um dies zu ändern. Auch in diesem Bericht sehen wir diese Punkte. Und jetzt ist die Zeit, zu handeln.

Einerseits braucht es gleichen Lohn für die gleiche Arbeit. Das darf keine leere Worthülse mehr sein, sondern muss Realität werden. Lohngerechtigkeit und Transparenz müssen selbstverständlich gesetzlich verankert werden. Mehr Frauen in zukunftsweisenden Branchen braucht es in MINT-Berufen. Künstliche Intelligenz und die grüne Wirtschaft dürfen keine Männerdomänen mehr sein. Es sind auch junge Frauen, die sich viel mehr für diese Berufe interessieren, aber vielleicht auch keine Vorbilder haben, wie im Bericht auch so dargelegt worden ist. Es braucht auch Unterstützung der Unternehmerinnen, und zwar Unterstützung bei der Gründung, bei bürokratischen Hürden. Diese müssen fallen. Der Zugang zum Kapital muss erleichtert werden.

Auch faire Verteilung der Care-Arbeit bedeutet, dass bezahlter Elternurlaub für beide Elternteile und flächendeckende Kinderbetreuung keine Extras, sondern wirtschaftliche Notwendigkeiten sind. Auch in der Schweiz diskutieren wir jetzt gerade darüber und wir haben eine breite Allianz, wo wir gerade eben auch diese faire Verteilung und die elterliche Zeit für die Kinder auch viel mehr in den Fokus setzen möchten, dass auch die Väter ihre Verantwortung übernehmen können, weil sie es auch wollen. Gleichgeschlechtliche Haushaltsplanungen braucht es, dieses Gender-Budgeting muss endlich verbindlich in allen Haushaltsentscheidungen integriert werden. Bei der Berichterstattung habe ich mitbekommen, dass es anscheinend in der Türkei sehr gut funktionieren würde. Leider haben meine Kenntnisse aber dazu geführt, dass ich die Rückmeldung bekommen habe, dass dies nicht der Fall sei. Vielleicht müssen wir auch dort mehr Beispiele und konkrete Fälle wissen.

Es ist an der Zeit, nicht nur über Veränderungen zu reden, sondern sie zu verwirklichen. Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, lassen Sie uns gemeinsam die gläserne Decke nicht nur durchbrechen, sondern die gesamte wirtschaftliche Struktur so gestalten, dass sie keine Frauen mehr zurücklässt. Vielen Dank.

Vote: Women in the economy: employment, entrepreneurship and gender-responsive budgeting

Debate: Regulating content moderation on social media to safeguard freedom of expression

Vote: Regulating content moderation on social media to safeguard freedom of expression

The sitting is closed at 7:20 p.m.