mercredi 28 janvier 2026 après-midi
2026 - Première partie de session Imprimer la séanceVidéo(s) de la séance 1 / 1
(Nicht mündlich gehaltener Redebeitrag, Geschäftsreglement Art. 31.2)
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Bericht zur schulischen Sozialisation versteht Schule nicht mehr primär als Ort der Wissensvermittlung, sondern als Instrument gezielter gesellschaftlicher Prägung. Bildung wird damit normativ ausgerichtet. Schule soll Haltungen formen, Werte vermitteln und Verhalten steuern. Genau hier liegt ein grundlegendes Problem.
Wenn staatliche oder supranationale Institutionen festlegen, welche Werte und Denkweisen als demokratisch gelten, wird offene Urteilsbildung eingeschränkt. Bildung verschiebt sich von Erkenntnis zu Anpassung. Eine freie Gesellschaft lebt jedoch davon, dass Meinungen entstehen dürfen, ohne vorab definierte Zielrichtung.
Besonders kritisch ist das im Bericht verwendete Verständnis von kritischem Denken. Echtes kritisches Denken bedeutet nicht, vorgegebene Wertvorstellungen besser zu akzeptieren oder innerhalb eines institutionellen Rahmens zu argumentieren. Es bedeutet, Autoritäten, Institutionen und auch offiziell legitimierte Narrative infrage stellen zu dürfen. Kritisches Denken schließt das Recht ein, zu unbequemen und nicht konformen Schlussfolgerungen zu gelangen. Nur so entstehen freie Bürger.
Problematisch ist zudem die Verlagerung der Wertevermittlung vom Elternhaus hin zu staatlichen Akteuren. Zwar wird familiäre Beteiligung erwähnt, doch die Deutungshoheit liegt bei Institutionen. Hinzu kommen Einschränkungen des Zugangs junger Menschen zu sozialen Medien. Informationelle Selbstbestimmung und freier Informationszugang sind Voraussetzungen eigenständiger Meinungsbildung.
Demokratie benötigt keine schulische Gesinnungslenkung, sondern mündige Menschen, die selbstständig denken können.
Vielen Dank.